Optimale Lieferfähigkeit und Bestände

Das Thema Bestandsoptimierung ist in vielen Unternehmen ein ständiger Begleiter in der Logistik. Der Kostendruck zwingt zur permanenten Reduktion der Bestände, dabei darf allerdings nicht die Verfügbarkeit gegenüber den Kunden gefährdet werden. Was jedoch sehr häufig fehlt, ist ein transparentes, regelbasiertes und integriertes Verfahren zur Festlegung optimaler Bestände. Obwohl es Ansätze am Markt gibt, erfüllen diese zumeist nicht alle gestellten Anforderungen.

Sehr häufig erfolgt in Unternehmen die Festlegung der Bestände aufgrund von Ausnahmemeldungen oder Fehlteillisten. Tritt eine Fehlmenge auf, so werden die Bestandsparameter nach oben gedreht, um diese Ausnahme für das nächste Mal zu vermeiden. In der Folge entstehen häufig viel zu hohe Bestandswerte sowie potenzielle Verschrottungsbestände. Da keine klare Segmentierung des Produktspektrums nach verfügbarkeits- und bestandswertrelevanten Kriterien vorliegt, wird jeder Artikel individuell betrachtet. Typische Konsequenzen sind:

  • Fällt der Disponent krankheitsbedingt aus, so fehlt das notwendige Wissen, um die Produkte zu disponieren
  • Im Falle von Urlaub wird mehrere Wochen vordisponiert
  • Es entstehen „Bestandsleichen“ im Lager, die zwar im Rahmen des Bestandscontrollings entdeckt werden, allerdings dann zumeist schon deutliche Kosten verursacht haben
  • Es gibt keine Transparenz darüber, mit welchen Beständen die geforderte Verfügbarkeit erreichbar wäre. Eine Bestandsoptimierung ist daher zumeist schwierig und wenig zielgerichtet

Die Alternative heißt Bestandsoptimierung: Bestandssteuerung statt Bestandsüberwachung. Bestandssteuerung bedeutet hier, aktiv Strategien und Regeln zu entwickeln, nach denen die bestandsrelevanten Dispositionsdaten für einen Artikel ermittelt werden. Der erste Schritt hierfür ist die Schaffung von Transparenz. Dies kann, z.B. durch eine Segmentierung der Artikel nach verfügbarkeits- und bestandsrelevanten Kriterien erreicht werden. Aus dieser Segmentierung lassen sich entsprechende Regeln zur Bevorratung und Planungsstrategie ableiten. So sind Artikel mit geringem Verfügbarkeitsrisiko und hohem Bestandsrisiko eher sinnvoll für die auftragsbezogene Fertigung, während sich Artikel mit hohem Verfügbarkeitsrisiko und geringem Bestandsrisiko gut für eine Bevorratung eignen.

Artikel mit hohem Verfügbarkeitsrisiko und hohem Bestandsrisiko erfordern in der Planung und in der Disposition erhöhte Aufmerksamkeit, da eine Fehlsteuerung in beide Richtungen starke Konsequenzen hat.

IHR NUTZEN:

Klarer und optimierter Prozess für die Festlegung und Steuerung der Bestände

Minimale Kapitalbindung in Beständen bei gleichzeitg erhöhter Teile- und/oder Produktverfügbarkeit

Deutlich effizientere Planungsprozesse durch einen höheren Automatisierungsgrad in der Disposition sowie ein prioritätengesteuertes und ausnahmebasiertes Arbeiten der Planer